Wie du als Pole Dance Trainerin deine Schüler*innen bei Selbstzweifeln unterstützen kannst
- Polefulness
- 9. März
- 3 Min. Lesezeit
Selbstzweifel sind im Pole Dance keine Seltenheit. Viele deiner Schüler*innen wachsen, werden stärker und lernen neue Tricks – doch vielleicht fällt es dir auf, dass sie ihre Fortschritte selbst gar nicht wahrnehmen.

Sie reden ihre Erfolge klein, vergleichen sich mit anderen und haben Schwierigkeiten, Komplimente anzunehmen.
Kurz: Sie stecken im Impostor-Phänomen fest. Oft sind tief sitzende Glaubenssätze die Ursache. Doch als Trainerin hast du die Möglichkeit, deine Schüler*innen zu unterstützen, ihre eigene Leistung zu erkennen.
Hier sind sechs Ansätze, wie du das im Training umsetzen kannst:
1. Lob konkret formulieren
Ein einfaches „Gut gemacht!" klingt nett, doch es hat oft wenig Wirkung. Warum? Weil das Gehirn es schnell als „nicht ernst gemeint" abtun kann. Stattdessen hilft es, Lob konkret und greifbar zu machen:
„Dein Shoulder Mount war stabil – dein Core hat brutal gut gearbeitet!"
„Beim Spin hast du voll auf die Streckung geachtet, das sah super elegant aus!"
Wenn Lob spezifisch ist, bleibt es hängen. Die Schüler*innen verstehen nicht nur, dass sie etwas gut gemacht haben, sondern auch warum. Dadurch können sie es besser abspeichern.
2. Fortschritt sichtbar machen
Viele konzentrieren sich vor allem darauf, was noch nicht klappt: „Ich bin noch zu schwach für den Shoulder Mount…“ „Ja, aber auf links kann ich das noch nicht.“ Deine Möglichkeit als Trainer*in? Den Fokus umdrehen! Wenn sich jemand abwertend äußert („Ja, aber ich bin noch unsauber ..."), kannst du gezielt gegensteuern:
"Erinnerst du dich, wie du dich vor einem Monat noch nicht mal getraut hast, den Trick zu probieren? Jetzt wirkst du schon mit jedem Mal sicherer, wenn du in die Figur reingehst!"
Zusätzlich kannst du am Ende der Stunde gezielt fragen: „Was hat sich heute besser angefühlt als vor ein paar Wochen?" So lenkst du die Wahrnehmung aktiv auf den Fortschritt.
3. Vergleiche rausnehmen
In Gruppenstunden ist zugegebenermaßen schwierig, sich nicht mit anderen zu vergleichen. Doch genau dieses ständige links und rechts schauen kann Selbstzweifel verstärken. Erinnere deine Schüler*innen daran, dass jeder individuelle Stärken hat: Manche sind kräftiger, andere flexibler, wieder andere haben ein gutes Rhythmusgefühl. Fortschritt verläuft nicht linear und sieht für jede*n anders aus.Der Fokus sollte immer auf der eigenen Entwicklung liegen – nicht auf dem, was andere tun.
4. Individuelle Stärken fördern
Baue am Ende des Trainings eine kurze Phase ein, in der deine Schüler*innen gezielt das üben, was sie besonders gut können. Das kann ein Lieblings-Move, ein Übergang oder ein Flow-Moment sein. Der Fokus wird so auf die eigenen Stärken gelegt – und nicht auf das, was noch nicht klappt.
5. Impostor-Syndrom normalisieren
Sätze wie „Ich bin zu schlecht" oder „Das hat jetzt nur geklappt, weil es meine gute Seite war" zeigen die vorhandenen Selbstzweifel deiner Schüler*innen. Was du in solchen Situationen tun kannst, ist: verständnisvoll reagieren und diese Gedanken zu normalisieren:
Erkläre, dass selbst erfahrene Tänzer*innen manchmal zweifeln.
Mach klar: Man kann großartig sein, auch wenn man sich unsicher fühlt.
Zweifel bedeuten nicht, dass jemand nicht gut genug ist.
6. Selbstwert stärken im Cool-Down
Nutze die Cool-Down-Phase für eine kurze Reflexionsübung. Setzt euch in eine entspannte Position (z. B. in die Grätsche) und gib deinen Schüler*innen die Aufgabe, eine Sache zu nennen, die ihr/ihm heute gut gelungen ist. Wer mag, kann sie mit der Gruppe teilen. So verlassen alle das Training mit einem positiven Gefühl und nehmen ihre eigenen Erfolge bewusster wahr.
Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist
Manche Selbstzweifel verschwinden mit der Zeit – andere sitzen tief und beeinflussen nicht nur das Training, sondern auch den Alltag. Wenn du merkst, dass eine Schülerin sich dauerhaft schlechtredet oder extreme Unsicherheiten zeigt, kann es hilfreich sein, das Thema gezielt anzugehen – etwa mithilfe eines sportpsychologischen Coachings.
Zum Abschluss:
Selbstzweifel sind normal – aber können mitunter sehr einschränkend werden, vor allem wenn sie das Training dominieren. Als Trainerin kannst du aktiv dazu beitragen, dass deine Schüler*innen lernen, ihre eigenen Stärken und Fortschritte wahrzunehmen.
Welchen dieser Tipps wirst du als Erstes in deiner nächsten Pole Dance Unterrichtsstunde ausprobieren?
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